Fips versteht die Welt nicht mehr. Wenn Eltern sich trennen
Seit sich seine Eltern getrennt haben, weiß der kleine Hund Fips nicht, wohin mit seinen Gefühlen. Ein alter Hundefreund erzählt ihm, wie es ihm selbst einmal ging. Ein Bilderbuch, das ganz beim Thema Trennung bleibt, gedacht als Anlass für ein Gespräch, nicht als Erklärung.
- Text
- Jeanette Randerath
- Illustration
- Imke Sönnichsen
- Verlag
- Thienemann
- Jahr
- 2008
- Seiten
- 32
- Ausgabe
- Hardcover (Bilderbuch), 29,6 × 23,7 cm
- ISBN
- 9783522435420
- Altersempfehlung des Verlags
- ab 4 Jahren
Darum geht’s in der Geschichte
Fips, ein kleiner Dackelterrier, versteht nicht mehr, was mit seiner Familie los ist: Seine Eltern leben nicht mehr zusammen, und er fühlt sich zwischen beiden hin- und hergerissen. Mal ist er wütend, mal traurig. Der alte Hund Bruno, der früher selbst eine Trennung seiner Eltern erlebt hat, hilft ihm, seine Gefühle zu sortieren.
Unsere Einordnung
Fips versteht die Welt nicht mehr ist ein Buch für Familien, in denen eine Trennung bevorsteht oder schon passiert ist und die das Thema bewusst ansprechen wollen. Beim gemeinsamen Anschauen würden wir bei Fips und seiner Geschichte bleiben und dem Kind überlassen, ob es etwas von sich erzählen möchte. Als Einstieg passen offene Fragen wie „Wie geht es Fips, wenn er zwischen Mama und Papa hin- und herläuft?“, „Fips ist mal wütend, mal traurig. Woran merkst du das?“ oder „Was hilft Fips, als Bruno ihm von früher erzählt?“.
Das Buch ist klar als Themenbuch angelegt; eine Besprechung nennt es problemorientiert und die Bilder konventionell. Wer eine Geschichte sucht, in der die Trennung nur am Rand vorkommt, wird hier eher nicht fündig. Das Buch erschien 2008; ob neuere Familienformen wie das Wechselmodell vorkommen und wie Mutter und Vater gezeichnet sind, zeigt erst der Blick ins Buch. Wir würden es deshalb zuerst allein lesen, bevor wir es dem Kind zeigen.
Zur Darstellung der Eltern gehen die Meinungen in Kundenrezensionen auseinander. Einige Stimmen beschreiben Streit und Aggression der Eltern, zwei davon eine Szene, in der der Vater Mutter und Kind anknurrt; eine erwähnt, dass auch die Mutter die Zähne fletscht. Zwei andere finden, dass kein Elternteil schlechter wegkommt. Wenn Eltern sich friedlich getrennt haben oder das Kind die Trennung von klein auf kennt, passt das Buch laut einigen Stimmen weniger.
Beim Durchblättern im Laden würden wir auf drei Fragen achten: ob die Botschaft ausgesprochen oder an Fips gezeigt wird, wie Mutter und Vater im Bild dastehen und was im Nachwort steht. Ein Bilderbuch kann ein Gespräch eröffnen; die Begleitung durch die Eltern und, wenn nötig, eine Beratung ersetzt es nicht.
Darüber könnt ihr sprechen
- Wie fühlt sich Fips, wenn er zwischen Mama und Papa hin- und herläuft?
- Warum ist Fips manchmal wütend? Darf man auf jemanden wütend sein, den man lieb hat?
- Was hilft Fips, als Bruno von früher erzählt?
- Was hilft dir, wenn du Mama oder Papa vermisst?
- Wen kannst du fragen, wenn du etwas nicht verstehst?