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Leb wohl, lieber Dachs

Ein alter Dachs stirbt, und seine Tierfreunde vermissen ihn sehr. Beim gemeinsamen Erinnern merken sie, wie viel von ihm in ihrem Alltag weiterlebt. Ein stilles Bilderbuch über Tod und Trauer im Alter.

Text und Illustration
Susan Varley
Übersetzung
Ingrid Weixelbaumer
Verlag
Annette Betz im Ueberreuter Verlag
Jahr
frühester DNB-Eintrag 1984
Seiten
32
Ausgabe
Hardcover (Bilderbuch); auch als kleinere Geschenkbuch-Ausgabe (ISBN 9783219115284)
ISBN
9783219102833
Altersempfehlung des Verlags
ab 5 Jahren

Darum geht’s in der Geschichte

Der alte Dachs ist für seine Freunde immer da gewesen: Er hat dem Frosch das Schlittschuhlaufen gezeigt, dem Fuchs beim Krawattenbinden geholfen und Frau Kaninchen sein Lebkuchenrezept verraten. Eines Tages ist er nicht mehr da. Die Tiere sind sehr traurig. Über den Winter erinnern sie sich gemeinsam an ihn und merken, dass das, was er ihnen beigebracht hat, bei ihnen bleibt.

Unsere Einordnung

Leb wohl, lieber Dachs passt, wenn in der Familie ein alter Mensch oder ein altes Tier gestorben ist oder wenn ein Kind von sich aus nach dem Tod fragt. Besprechungen beschreiben, dass der Dachs sein Ende ahnt und ruhig stirbt. Im Mittelpunkt stehen aber die Freunde, die sich gemeinsam an ihn erinnern.

Für das gemeinsame Anschauen gibt dieses Erinnern viel her, etwa mit Fragen wie „Was hat der Dachs dem Frosch und dem Fuchs gezeigt?“, „Wie geht es den Tieren, als er nicht mehr da ist?“ und, wenn das Kind mag, „An wen denkst du gern zurück?“. Das Bild vom langen Tunnel wird nach einer Besprechung nicht weiter erklärt; hier lohnt es sich, vorher zu überlegen, was man selbst dazu sagen möchte. In Kundenrezensionen stört mehrere Eltern, dass der Dachs abends einschläft und nicht mehr aufwacht, weil sie fürchten, kleine Kinder könnten Schlafen und Sterben verbinden; einige lesen die Stelle deshalb anders vor. Wir würden das Buch zuerst allein lesen, weil das Thema auch Erwachsene berührt und man dann weiß, wo das Kind nachfragen könnte.

Die Geschichte zeigt einen Tod im hohen Alter; bei einem plötzlichen Verlust oder dem Tod eines Elternteils oder Geschwisterkinds würden wir ein Buch suchen, das genau diese Lage aufnimmt. Der Verlag empfiehlt das Buch ab fünf Jahren, zwei Besprechungen schon ab vier. Kritische Kundenstimmen, die ein Alter nennen, betreffen fast alle Kinder von drei oder vier Jahren; andere berichten Gutes auch von Vier- und teils Dreijährigen.

Beim Durchblättern kann man sich fragen, wie die Bilder die Trauer der Tiere zeigen, wie tröstlich oder offen das Ende ist und ob die eigene Sicht auf den Tod darin Platz hat. Mehrere Kundenstimmen berichten von einem Bild, auf dem nach dem Tod noch ein Dachs zwischen den Freunden sitzt; ob das in der eigenen Ausgabe so ist, sieht man beim Blättern. Ein Bilderbuch kann ein Gespräch über den Tod eröffnen; eine Begleitung in der Trauer ersetzt es nicht.

Darüber könnt ihr sprechen

  • Was hat der Dachs seinen Freunden beigebracht?
  • Wie fühlen sich die Tiere, als der Dachs nicht mehr da ist?
  • Was machen die Tiere, damit es ihnen langsam besser geht?
  • An wen erinnerst du dich gern? Was hast du von ihr oder ihm gelernt?
  • Was meinst du: Was bedeutet der lange Tunnel?
  • Ist es in Ordnung, traurig zu sein – auch lange?

Quellen